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Drogen kommen per Post

Der Dealer um die Ecke war gestern!

Misstrauisch betrachtet Anne Meyer (Name v. d. R. geändert) aus dem Elternkreis Solingen die Sendung, die sie soeben vom Postdienst an der Haustüre übergeben bekommen hat. Adressiert ist die Sendung an ihren Sohn. Ein Absender hat die Sendung nicht. Ihr Sohn hatte sie darüber informiert, dass er Post erwartet. Sie solle die Sendung einfach in sein Zimmer legen.

Nun hat Anne in Sachen Drogen schon ziemlich einen Stiefel mit Ihrem Sohn durch. Jetzt, mit Corona, ist die häusliche Situation nicht besser geworden. Sie beschließt die Sendung zu öffnen.

Heraus kommt ein bräunliches Pulver, in einer Plastikhülle eingepackt, sowie der Angebotszettel eines Drogenhändlers. Er informiert darüber, welche Drogen man bei ihm aktuell bestellen kann, incl. dem dazugehörigen Bestelllink im Internet.

(c) Bildquelle der Redaktion bekannt

Anne bringt alles zur Polizei. Es stellt sich heraus, das braune Pulver ist Heroin, 3,5g.

Auf Nachfrage der ARWED bei Kriminalhauptkommissar Andreas Bredemeier, Dienststelle Suchtprävention beim Polizeipräsidium in Wuppertal, ein „normaler“ Vorgang. Es liegen keine belastbaren Zahlen vor, die Dunkelziffer sei hoch, es ist aber anzunehmen, dass die Tendenz Drogen über diesen Handelsweg zu vertreiben/ zu kaufen steigend ist, denn er habe für alle Beteiligten nur Vorteile:

Den illegalen Machenschaften in der Strafverfolgung auf die Spur zu kommen, sei manchmal ein reiner Glücksfall, so Kriminalhauptkommissar Bredemeier weiter.

Die Verkaufskanäle sind vielfältig. Neben den klassischen Vertriebswegen vor Ort, werden Drogen zunehmend im Netz und über das Smartphone angeboten.

Einfach und zur sofortigen Lieferung können Drogen über kostenlose Messenger und Social Media Apps bestellt werden. Angeboten wird die illegale Ware, egal ob es sich um Kokain, Heroin, Cannabis oder auch Falschgeld, gefälschte Ausweise etc. handelt über die Suchfunktion in den Apps. Es wird die Stadt und ein aussagekräftiges Schlagwort eingegeben und wer sich finden will, findet sich ohne Probleme. Die Kommunikation wird zum Teil durch entsprechende Funktionen automatisch schnell wieder gelöscht. Die Liste des Lieferbaren ist lang und lässt keine Wünsche offen. Übergabe erfolgt durch Boten.

Wer mehr Informationen hierzu haben möchte, dem empfehlen wir die Dokumentation „Drogendeals auf Instagram“ – zu finden unter diesem Link:

Unser ARWED-Fazit: Paradiesische Zeiten für Dealer und Konsumenten illegaler Drogen?!

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Eine Antwort zu “Drogen kommen per Post”

  1. Rosi E aus W sagt:

    Man kann nur hoffen, dass die Dealer schnell ermittelt und hart bestraft werden.

    Leider wird ein weltweites Netz kaum aufzuhalten sein.

    Es wäre sehr wichtig, das Personal bei der Kripo für Internetmachenschaften jeglicher Art aufzustocken und auf der anderen Seite den Konsumenten bzw Jugendlichen in den Schulen die u a gesundheitlichen Risiken klar zu machen.
    Sie kennen den Dealer nicht. Und die Ware mit dubiosem „Zeug“ strecken, kann lebensgefährlich sein.

    Die Mutter hier hat sehr taff reagiert.

    Mir wäre es schwer gefallen, das Paket einfach zu öffnen und es dann auch noch zur Polizei zu bringen, weil ich mein Kind damit in die Pfanne gehauen hätte.

    Ein gemeinsames Öffnen wegen meines Misstrauens und dann Entsorgen wäre wohl eher mein Weg gewesen.

    Ich hoffe, mein Sohn kommt nie auf die Idee, seinen Stoff online zu bestellen

    Bei der Möglichkeit wird es für Leute, die aufhören wollen, noch schwieriger, stark zu bleiben, weil „das Umfeld ändern“ bei ner Bestellmöglichkeit per Post nichts ändert

    Und ich befürchte, dass durch Sonderangebote etc der Dealer zu noch mehr und neuem/erweitertem Konsum verführt.

    Beängstigend!

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