< Zurück zur vorigen Seite

ARWED-Glosar der ambulante Suchthilfen

Warum wir uns mit diesem Thema so intensiv befasst haben ist ganz einfach: Wir haben festgestellt, dass die Angebote der Ambulanten Suchthilfe zwar enorm vielfältig sind, diese aber leider viel zu wenig bekannt sind. Wir möchten dazu beitragen, die vielen Hilfsangebote bei Eltern und Angehörigen in den Focus zu nehmen.

Wie schwierig es auch ist, da einen Überblick zu bekommen, sieht man ja schon an der Vielzahl der verschiedenen Angebote. Hinzu kommt, dass die ambulante Drogenhilfe ein regionales Angebot ist und sich je nach Stadt unterscheidet. Nicht alles wird in jeder Kommune oder Stadt angeboten.

Diese alphabetische Sammlung soll aufzeigen, was alles möglich ist und eine Anregung sein, mit Eurer Drogenhilfe vor Ort ins Gespräch zu gehen. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und wird regelmäßig erweitert und überarbeitet. Für entsprechende Hinweise auf noch fehlende, nicht erwähnte bewährte Programme sind wir dankbar. Die Informationen auf dieser Seite wurden sorgfältig recherchiert und nach bestem Wissen erstellt.

Angehörigengruppen – Gruppen-Gesprächsangebot, das meist von einem Therapeuten geleitet wird und häufig in den Reha- Kliniken für die Angehörigen von Suchtpatienten angeboten wird.

Ambulante Erziehungshilfe (AEH)

AEH ist eine auf die Bedürfnisse des jungen Menschen und seiner Familie ausgerichtet Hilfe bei schwierigen Problemlagen oder Lebenssituationen. Sie ist eine freiwillig einzufordernde Leistung des Staates. Für Kinder/Jugendliche und deren Eltern gibt es zusätzlich auch die aufsuchende Beratung durch das Jugendamt.

Ambulant betreutes Wohnen  

Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche nach §35a SGBVIII, finanziert durch das Jugendamt oder Wiedereingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung -ambulante Hilfe zum selbständigen Wohnen nach §§53ff. SGB XII, finanziert durch die überörtlichen Sozialhilfeträger (siehe auch Eingliederungshilfe) 

Ambulante Psychotherapie  

Seit 2011 ist eine ambulante Psychotherapie u.a. bei Drogenabhängigkeit möglich, auch wenn noch keine Suchtmittelfreiheit besteht. Diese wird durch die Krankenkassen finanziert. Voraussetzung ist, dass Betroffene erste Schritte in Richtung einer Abstinenz unternommen haben. 

Ambulante Rehabilitation – Entwöhnungsbehandlung im Lebenskontext 

Es gibt Konzepte für eine ambulante Rehabilitation auch bei Abhängigkeit von illegalen Drogen, wie Cannabis, Amphetamine, Partydrogen, Kokain, Opiate und Polytoxikomanie.  Geeignet ist diese Thearapieform für Menschen mit starkem Abstinenzwillen, die in einem relativ stabilen, intakten Umfeld leben und einen strukturieren und ausgefüllten Tagesablauf haben.  

Ambulante Nachsorge

Die Ambulante Nachsorge nach einer stationärer Entwöhnungsbehandlung dient dazu, die während der medizinischen Rehabilitation erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten im Alltag zu erproben und umzusetzen. Sie umfasst Einzel- und/ oder Gruppengespräche über einen Zeitraum von 6-12 Monaten und soll die Abstinenz absichern.

Aufsuchende Beratung

Angebote der aufsuchenden Beratung werden durch die verschiedenen Beratungsstellen wie zuvor benannt, abgedeckt. 

Aufsuchendes Suchtclearing (ASC) 

Ist eine Kooperation zwischen Gesundheitsamt und Suchthilfeträgern und vermittelt im Rahmen der aufsuchenden Sozialarbeit drogenabhängige Menschen in das bestehende Suchhilfesystem.

Aufsuchende und Vorsorgende Hilfen –  Sozialpsychiatrischer Dienst

Aufsuchende Hilfen für Menschen mit schweren psychischen Problemen sind auch Schwerpunkt der Arbeit des Sozialpsychiatrischen Dienstes (SPD), der normalerweise den Gesundheitsämtern angegliedert ist.

Der SPD übernimmt auch Vorsorgende Hilfen, um bei einer schweren psychischen Erkrankung oder Wiedererkrankung und bei sich anbahnenden Konfliktsituationen zu gewährleisten, dass die Betroffenen rechtzeitig ärztlich behandelt und im Zusammenwirken geeignete betreuende Einrichtungen in Anspruch genommen werden. Vorsorgende Hilfen können aber auch unter bestimmten Bedingungen darin bestehen, eine frühzeitige – und möglichst freiwillige – Krankenhausaufnahme einzuleiten und zu vermitteln, wenn dies notwendig ist.

Beschäftigungsmaßnahmen für abstinent orientierte Menschen mit Suchterkrankung

Ein gelungenes Beispiel für eine solche Beschäftigungsmaßnahme findet man in Bochum. Mit der Maßnahme „INSAT – Individuelle Schritte in Arbeit“ bietet die Krisenhilfe in Kooperation mit dem Jobcenter Bochum suchtkranken Menschen Beschäftigung in verschiedenen Arbeitsfeldern sowie Qualifizierung und Betreuung. https://www.krisenhilfe-bochum.de/index.php/insat/

Ähnliche Programme und Kooperationen gibt auch in anderen Städten in NRW – Informationen dazu findet man über die Suchtberatungsstellen oder die Jobcenter.

Betreuung und Begleitung

Von Sucht betroffene Menschen können Hilfe in Form einer individuellen Betreuung und Begleitung durch Beratungsstellen, Fachambulanzen oder Institutsambulanzen in Anspruch nehmen. Die Gesundheitsämter haben eine Beratungsfunktion und vermitteln an Angebote in Form einer Lotsenfunktion. Ob die Gesundheitsämter auch selbst eine Begleitung vorhalten, muss im Einzelfall geklärt werden.

CANDIS  

Ein moduläres Ausstiegsprogramm für ältere Jugendliche (>= 16 Jahre) und Erwachsene mit Cannabisstörungen basierend auf den 3 Behandlungsmodulen Motivationsförderung (MET), Kognitive Verhaltenstherapie (CBT) und Training zum Umgang mit psychischen und sozialen Problemen.  

Community Reinforcement Approach (CRA) = Gemeindeunterstütze Suchttherapie 

Der Ansatz besteht darin, Vertrauen zum Süchtigen aufzubauen, gemeinsam mit ihm Ziele, die einen Konsumverzicht lohnend machen, festzulegen und zu überprüfen, ein Netzwerk zu schaffen, das hilft, diese Ziele erreichbar zu machen, z.B. Vernetzung mit Jobcenter, Führerscheinstelle, Tierheim, Ehrenamtlichen Organisation.  Wichtig dabei ist die Positive Verstärkung – gemeinsam neue Horizonte aufmachen.   

CRAFT = CRA Konzept, aber mit Einbindung der Angehörigen. 

Ziele: Verringerung des Substanzkonsum, Behandlungsaufnahme, Verbesserung der Lebenszufriedenheit der Angehörigen. Dies wird erreicht durch Beendigung der Verstärkung von unerwünschtem, konsumierendem Verhalten,  gezielte Verstärkung von abstinenten, funktionalen Verhaltensweisen, Nutzung positiver Verstärkung, Nutzung negativer Konsequenzen. 

Eingliederungshilfe (EGH) bei Abhängigkeitserkrankungen

Leistungen der Eingliederungshilfe (EGH) für Menschen mit Suchterkrankungen erhalten Personen, die durch eine Behinderung wesentlich in ihrer Fähigkeit, an der Gesellschaft teilzuhaben, eingeschränkt oder von einer solchen wesentlichen Behinderung bedroht sind. (SGB XII, §53). Diese Leistungen werden nach § 54, SGB XII, nachrangig zu Rehabilitationsmaßnahmen der Kranken-, Renten- und Unfall­versicherung (als den vorrangig verpflichteten Kostenträgern) gewährt. Die Angebote der EGH Sucht dienen als Vorbereitungsmaßnahmen zur medizinischen Rehabilitation (Vorsorge) sowie als sich anschließende Übergangsmaßnahmen nach einer Rehabilitation bzw. Adaption (Nachsorge). Unter die EGH fallen auch langfristige stationäre, teilstationäre und ambulante Maßnahmen für chronisch be­einträchtigte Abhängigkeitserkrankte, sofern der Anspruch auf medizinische Rehabilitation nicht oder nicht mehr besteht (BGV 2014).

Die Typen von Maßnahmen werden in der Eingliederungshilfe Sucht traditionell unterteilt nach dem Inhalt, und zwar nach Vorsorge, Nachsorge, Übergang sowie nach der Art der Erbringung: stationär, teilstationär oder ambulant. Bei den fortgesetzten Maßnahmen handelt es sich eher um Maßnahmen am Ende der Versorgungskette der Ein­gliederungshilfe, bei denen, wenn der Übergang in eine selbstbe­stimmte Lebensführung oder die Vermittlung an vorrangige Kostenträger noch nicht gelingt, weitere Hilfen zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben erfolgen, die längerfristig angelegt sind. Ein fortlaufender, dauernder Verbleib in Maßnahmen der Eingliederungshilfe betrifft etwa ein Zehntel des Personenkreises mit Abhängigkeitsstörungen in der EGH.

Anträge auf Eingliederungshilfe sind in der Regel bei den überörtlichen Sozialhilfeträgern   (Landschaftsverband Westfalen Lippe = LWL, Landschaftverband Rheinland = LVR) zu stellen. Hier können Sie auch nähere Informationen zur Eingliederungshilfe in Ihrer Region erhalten.

ELSA

Online-Beratungs-Programm speziell für Eltern von suchtgefährdeten und abhängigen Kindern und Jugendlichen. 

ELSA besteht aus einem Online-Chat mit persönlichem Berater, Familientagebuch, Übungen und einem Modul Entspannung, Zeit für mich. Infos unter elternberatung-sucht.de 

Ergotherapie / Ambulante Ergotherapie

Ziel der ergotherapeutischen Behandlung ist es, gemeinsam mit dem Klienten gesund erhaltende Betätigungen und Aktivitäten zu identifizieren und in den Alltag zu integrieren. Im ambulanten Kontext findet Ergotherapie beispielsweise Anwendung zur Unterstützung der Aufrechterhaltung von Abstinenz als nachstationäres Angebot oder bei chronisch suchtkranken Menschen mit kognitiven Störungen.

Zu den Bereichen der Ergotherapie gehören u.a. Hilfen bei der Selbstversorgung, Produktivität, Freizeitgestaltung, Jobcoaching wie auch Meditation, Achtsamkeitstraining, Wahrnehmungstraining.

FETZ – Früherkennungs- und Therapiezentrum für psychische Krisen

FETZ ist ein 1997 gegründetes Therapiezentrum zur Früherkennung von psychischen Störungen, wie beispielsweise Psychosen. Das Zentrum bietet bei entsprechender Diagnose eine Behandlung im Rahmen einer Teilnahme an wissenschaftlich kontrollierten, ambulanten Behandlungsprogrammen an der Uniklinik Köln oder eine Weitervermittlung in andere geeignete Behandlungsangebote. Weitere Informationen siehe: https://psychiatrie-psychotherapie.uk-koeln.de/klinik/frueherkennungs-und-therapiezentrum-fetz/diagnostik-therapie

FreD  

Frühintervention bei erstauffälligen Drogenkonsumenten.  

Das Programm wurde im Jahr 2000 eingeführt und richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene, die illegale Substanzen konsumieren und dabei strafrechtlich auffällig geworden sind. In der Regel erfolgt eine Weisung über das Jugendgericht. Das Angebot besteht aus einem Erstgespräch und Gruppenstunden, in denen der Konsum thematisiert und reflektiert wird und einem Abschlussgespräch. Daran können sich weitergehende Hilfen anschließen. 

INSAT – Individuelle Schritte in Arbeit – siehe Beschäftigungsmaßnahmen

Intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung – INSPE

INSPE ist eine individuelle Betreuung und Begleitung Jugendlicher und junger Erwachsener, die über das Jungendamt erfolgt, SGB VII; §27ff. §35f. Diese Begleitung kann auch mit Jugendlichen durchgeführt werden, die vorerst keine Konsumreduktion oder eine stationäre Therapie anstreben. Der Jugendliche wird nicht über den Konsum definiert und erhält in einem geschützten Rahmen die Möglichkeit positive und negative Aspekte des Konsums gegeneinander abzuwägen, um so eventuell zu einer Änderungsbereitschaft zu gelangen und Alternativen zum Konsum zu entwickeln.?  

Hilfe mein Kind pubertiert

Ein Kursangebot für Eltern pubertierender und mit Suchtmitteln experimentierender Kinder.

In diesem Programm geht es um die Lebensphase Pubertät und die damit verbundenen kritischen Erziehungsphasen. Ein Schwerpunkt ist dabei: Was ist, wenn mein Sohn, meine Tochter Cannabis, Alkohol oder anderen Substanzen konsumiert. Mittlerweile spielt aber auch die exzessive und verhaltensauffällige Mediennutzung hierbei eine Rolle. Das Programm wird an einigen Standorten in NRW und sehr häufig auch in Bayern angeboten.

Kurve kriegen 

An vielen Orten in NRW wird dieses Programm angeboten. Es ist für mehrfach tatverdächtige Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 15, bei denen die Gefahr der Entwicklung zu sog. Intensivstraftätern besteht. Das Programm wird in Zusammenarbeit mit Polizei und Jugendamt über einen Zeitraum von durchschnttlich 2 Jahre durchgeführt und besteht aus den Modulen Coolnesstraining, Elterncoaching, Erlebnispädagogik und Sozialkompetenztraining.  Siehe auch  https://www.kurvekriegen.nrw.de/

MDFT: Multidimensionale Familientherapie  

Das ist ein spezielles Behandlungssystem für drogenmissbrauchende Jugendliche mit multiplen Verhaltensauffälligkeiten und ihre Familien.?Das therapeutische Konzept wurde in Deutschland zuerst in Berlin in 2003 eingeführt und wird inzwischen vom 2010 gegründeten Dachverband „MDFT Europe“ unterstützt und fachlich begleitet. 

Das Programm berücksichtigt 4 verschiedene Interventionsebenen:  

Die Dauer der Intervention beträgt 5 -6 Monate mit mehreren Kontakten pro Woche.  Das Programm wird leider nur von wenigen Städten und Kommunen angeboten, beispielsweise in Köln, wo es durch das Jugendamt finanziert wird und vom SKM Köln durchgeführt wird. Infos unter: https://jugend-sucht-beratung-koeln.de/

MOVE = Motivierende Gesprächsführung

Die Konzepte Move = Motivierende Kurzintervention und die Motivierende Gesprächsführung beinhalten Methoden der Gesprächsführung zur Erhöhung der Eigenmotivation von Menschen, um problematisches Verhalten (z.B. Sucht) zu ändern. 

Der Schwerpunkt liegt bei der Förderung der Änderungsbereitschaft, Verstärkung von Ambivalenzen sowie der empathischen Begleitung und Unterstützung von suchtmittelkonsumierenden Menschen im Veränderungsprozess auf Augenhöhe. Diese Konzepte werden bislang ausschließlich an Fachkräfte und Multiplikatoren vermittelt.

www.ginko-stiftung.de/move/Was-ist-MOVE.aspx 

www.degemg.org/

https://www.motivational-interview.de                   

MPU-Vorbereitungsprogramme = Med.psychol.Untersuchung zum Wiedererwerb der Fahrerlaubnis. Der TÜV, viele Privatanbieter und auch Suchtberatungsstellen bieten hier entsprechende Angebot an.  

Netzwerke und Zusammenarbeit

Es entstehen immer mehr Behandlungsverbünde zwischen den Beteiligten in der Suchthilfe. Viele der in den Behandlungskontext eingebundene Stellen wie Beratungsstellen, Jugendämter, Gesundheitsämter, Ärzte, Therapeuten, Kliniken, sozialpsychiatrische Dienste, Reha- und Adaptionskliniken, Jobcenter, Führerscheinstelle, Polizei, Justizvollzugsanstalt, Betreuungsstellen in der gesundheitlichen und sozialen Sicherung, Selbsthilfe, usw. stehen im Austausch miteinander, beispielsweise über Fachkonferenzen oder direkte Kooperationsvereinbarung und Netzwerke.

Niedrigschwellige Angebote 

hierzu gehören zum Beispiel Kontakt und Begegnungsstätten, Streetwork, (mobile) Drogenkonsumräume, Notschlafstellen, Maßnahmen zu Harmreduction etc.   

Offene Sprechstunden

Die meisten Beratungsstellen bieten auch offene Sprechstunden an, so dass ein Besuch dort auch spontan möglich ist.

Online-Beratung

Inzwischen bietet jede 10. Beratungsstelle ihre Hilfen auch online an. Das Angebot der verschiedenen Internet-Beratungsforen ist groß und reicht von Konsum-Selbsttests über Substanz-Wissenstests bis zu Hilfen zur Konsumreduzierung, siehe beispielsweise Angebot auf der Seite drugcom.de

Unter dem Suchbegriff „Drogenhilfe Online“ findet man ein umfangreiches Angebot. Auch hier findet man ein gutes übersichtliches Angebot: https://www.caritas.de/onlineberatung

Polizei Kommissariat Vorbeugung

Auch über die Polizei kann man umfassende Informationen zu suchtbezogenen Themen erhalten. Man sollte allerdings bedenken, dass die Polizei eine Strafverfolgungspflicht hat. Über die u.g. Website können auch verschiedene Broschüren zum Thema heruntergeladen werden und es sind weitere interessante Informationen erhältlich.

www.polizei-beratung.de

Proberaum Rhodenkirchen

Ein besonderes Angebot für junge Menschen zwischen 18 und 27, die sich in einer psychischen Krise befinden, an einer psychischen Erkrankung leiden oder in einer schwierigen Lebenslage sind. Das Beratungs- und Aktivitätenangebot von Proberaum reicht von Informationsmöglichkeiten für Betroffene, Angehörige, Partner, Freunde und Mitarbeiter anderer Institutionen über verschiedenen Gruppenangebote wie Kochgruppe, Lernen am PC und Projekte bis zu Freizeitaktivitäten mit Gleichaltrigen mit ähnlichen Problemen. https://www.spz-rodenkirchen.de/proberaum

Psychotherapie – siehe ambulante Psychotherapie

Psychotherapeutische Interventionsformen in der Suchtberatung, die als besonders wirksam erachtet werden, sind u.a. die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) und Kontingenzmanagement (KM) und die Kombinationen der verschiedenen Ansätze.  

PSB = Psychosoziale Betreuung Substituierter

Die PSB ist eine flankierende Maßnahme für Substituierte suchtkranke Menschen und zielt auf die psychische und soziale Stabilisierung der Betroffenen. Sie werden in ihrem individuellen Veränderungsprozess und bei der Erprobung neuer Handlungskompetenzen fachlich unterstützt und begleitet. Ziele können sein: Körperliche und seelische Stabilisierung, Wiedereingliederung in ein gesellschaftliches Leben, Entwicklung einer zufriedenstellenden Lebensführung, Beikonsumreduzierung, Reflexion des Suchtverhaltens etc. Ausgangspunkte der PSB sind die individuelle Lebenssituation, aktuelle Wünsche, Probleme, bei deren Bearbeitung die persönlichen Fähigkeiten gesehen und gefördert werden. Sie bestimmen die jeweiligen Inhalte und Ziele im Beratungsprozess.

Quit the Shit

Ist ein Online-Programm, dass junge Menschen mit problematischen Cannabiskonsum über einen Zeitraum von 4-6 Wochen mit Unterstützung eines professionellen Online-Beratungsteams und einem Online-Konsumtagebuch, helfen soll, den Cannabis Konsum zu reduzieren oder vollständig aufzugeben. https://www.quit-the-shit.net/qts

Realize it

Ist ein Programm zur Frühintervention bei Cannabis Missbrauch, das 2004 mit der Zielsetzung, den individuellen Konsum signifikant zu reduzieren, eingeführt wurde. Zu dem Programm gibt es ein Online-basiertes Begleitheft und Online-Tagebuch. Das Programm wurde inzwischen in zahlreichen Beratungsstellen implementiert. https://www.realize-it.org

Selbsthilfegruppen für Betroffene und/oder Angehörige.  

Entsprechende Angebote können über die Selbsthilfekontaktstellen recherchiert werden bzw. über die Webseite des Selbsthilfenetz NRW: https://selbsthilfe-in-nrw.de/

Hierunter fallen beispielsweise Suchtselbsthilfegruppen, NA Gruppen (Narcotics Anonymous) und Angehörigengruppen wie beispielsweise die ARWED Eltern- und Angehörigenkreise. Die Gruppen sind entweder durch Betroffene selbstorganisiert oder finden angeleitet durch Therapeuten/Ärzte/Sozialpädagogen als Teil des Hilfeangebots von Beratungsstellen oder  Kliniken statt.

Ein spannendes Angebot aus Köln ist beispielsweise auch das Netzwerk Gesundheit – Sport – Erlebnis. Das Netzwerk bietet Selbsthilfe und erlebnisorientierte Freizeitangebote für suchtmittelfreie abstinenzorientierte Menschen – siehe auch www.gesundheit-sport-erlebnis.de

SKOLL – Selbstkontrolltraining 

ist ein Gruppentraining, das die Teilnehmer bei der Selbstkontrolle ihres Konsums unterstützt und gemeinsam Strategien zur Krisenbewältigung entwickelt und alternative Verhaltensweisen sucht. https://www.skoll.de/

Substitutionsbehandlung

Bei einer Substitutionsbehandlung werden dem opiat- bzw. heroinabhängigen Patienten durch eine Ärztin / einen Arzt mit entsprechender Zusatzqualifikation Heroinersatzstoffe verschrieben. Das heißt, das Heroin wird durch ein legales Medikament ersetzt. Als Substitute (Ersatzstoffe) stehen folgende Medikamente zur Verfügung: Methadon®, Polamidon®, oder Subutex®. Diese werden wie das illegale Heroin zu den Opiaten gezählt. Sie unterliegen dem Betäubungsmittelgesetz, da sie wie bei dem Konsum aller Opiate eine Abhängigkeit hervorrufen können. Durch die tägliche Einnahme des Substituts werden Entzugserscheinungen vermieden

Suchtberatung

Die wichtigsten Angebote der Suchtberatung in der Zusammenfassung:

Niedrigschwellige Angebote, Beratung, Beratung von Angehörigen, Aufsuchende Beratung, Offene Sprechstunden, Betreuung und Begleitung, Konzepte für die ambulante Rehabilitation, Vermittlung in weiterführende Hilfen, PSB = Psychosoziale Betreuung Substituierter, Aufsuchende und Vorsorgende Hilfen, Aufsuchendes Suchtclearing, Ambulant betreutes Wohnen, Ambulante Psychotherapie, Ambulante Rehabilitation, Suchtberatung im Justizvollzug, Erschließung von regionalen Hilfenetzwerken und Hilfeverbundsystemen,  Hilfen zur Wiedereingliederung in den Alltag, individuelle Hilfeplanung mit dem Ziel der Ermöglichung der Teilhabe, spezielle Programme für bestimmte Gruppen (nach Alter, Geschlecht, sexueller Orientierung, Herkunft etc.) Online-Beratung, Selbsthilfe

Sprechstunden

Sprechstunden werden in Kliniken, Gesundheitsämtern oder Drogenberatungsstellen durch Ärzte, Psychotherapeuten oder Suchthilfetherapeuten und Berater für Klienten und/oder Angehörige angeboten.

TVG Therapievorbereitungsgruppe

TVG hilft bei der Auseinandersetzung mit dem eigenen Konsum und dient der Vorbereitung auf eine medizinische Rehamaßnahme. Diese Maßnahme kann auch der Motivationsprüfung dienen und vom Leistungsträger vorgeschrieben werden. 

Wohntraining 

bietet Menschen mit Behinderung und/oder psychischer Erkrankung und deren Angehörigen die Möglichkeit begleitetes Wohnen mit Unterstützung auszuprobieren. Es richtet sich an erwachsene Menschen, die noch zu Hause wohnen und eine Wohnperspektive entwickeln möchten.