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25.03.2019 ARWED-Infoveranstaltungsreihe 2018: „Auf der Suche nach (Sucht-)Hilfe in NRW unterwegs“ mit dem Tagesthema: Ambulant, stationär, Reha, Bewo….Wer hat den Durchblick? Suchthilfe in NRW + Feier des 35. Jubiläums des Elternkreises Köln II

Referentin: Dr. Anne Pauly, Referentin der Landesstelle Sucht NRW

Mit dieser Veranstaltung beging der Elternkreis Köln II sein 35. Jubiläum. Der Gemeindesaal in Köln-Dellbrück war vom Elternkreis liebevoll vorbereitet. Er bot einen sowohl würdevollen als auch gemütlichen, herzlichen Rahmen für die Feierlichkeiten und die anschließende Informationsveranstaltung. Auch das Wetter war der Veranstaltung hold. So konnten bei zwar warmen Temperaturen nette Gespräche und neues Kennenlernern nicht nur drinnen sondern auch draußen an den Stehtischen stattfinden.

Unter der kundigen Führung der Moderatorin Cornelia Benninghoven überbrachten u.a. die stellv. Kölner Oberbürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes und unsere BVEK-Vorsitzende Maria Volkmar die Glückwünsche zum Jubiläum des Kreises. Im moderierten Podiumsgespräch stellte dann der Elternkreis, auf sehr unterhaltsame Art, das Werden der Elternkreisarbeit von der Gründung bis heute vor. Dabei beindruckte sehr, wie bei der Gründung des Kreises Frau Griesemann noch überall vor verschlossenen Türen stand. Heute ist der Kreis eine feste Größe und ein geschätzter Partner der Stadt Köln. Das zeigt: Gremienarbeit in der Kommune lohnt sich für unsere Kreise! Die abschließende Frage von Frau Benninghoven, nach den Wünschen und dem Ausblick in die Zukunft des Kreises, animierte die Bürgermeisterin noch einmal zu einem mutmachenden Bekenntnis für die Bedeutsamkeit der Selbsthilfe sowie zu einem klaren Angbot politischer Untersützung.

Im Anschluss war der Saal weiterhin voll! Frau Dr. Pauly gab uns einen hervorragenden Überblick über das Sucht-Hilfesystem in NRW. Das Suchthilfesystem ist sehr vielfältig und die Angebote sind gut ausgebaut. Die Hilfen stehen aber auf vielen gesetzlichen Füßen. Das bedingt eine komplexe Struktur der Zuständigkeiten und Finanzen, verbunden mit der Gefahr von z.B. Systembrüchen oder Doppelstrukturen. Das System sei nicht nur für uns Laien schwer zu durchschauen! Verbesserungsfähig sei auch, dass die Hilfegewährung oft an „Auflagen“ gebunden ist, die der Süchtige zunächst zu erfüllen hat. Das Wesen der Suchtkrankheit ist aber, dass strukturierte, nachhaltige Schritte und damit die Erfüllung dieser Vorbedingungen nicht gelingen. Deshalb wäre ein niederschwelligerer Einstieg in die Hilfegewährung wünschenswert. In der sehr engagierten Diskussion mit Frau Dr. Pauly, kamen wir zu dem Schluss, dass es keinen eindeutigen „Treiber“ gibt, der Verbesserungen des Systems einfordert. Aber wir als Angehörige in der Selbsthilfe können ein starker Treiber sein. Hierfür ist es wichtig, unsere Angliegen gemeinsam in konkrete Forderungen und Stellungnahmen zu fassen und sie dann über die zuständigen Gremien sowohl in den Kommunen als auch auf Landesebene auf die „Agenda“ zu bringen. Schön war zu spüren, wie sehr Frau Dr. Pauly unsere Anliegen ernst nahm. Sehr wertschätzend versprach sie, ihre Erfahrungen aus dem Nachmittag auch in die Landesstelle Sucht NRW mitzunehmen.

Zum gemütlichen Ausklang gingen dann bei schon „abschiedswehmütigen“ Gesprächen die letzten Brötchen weg, abgerundet durch ein Kaltgetränk, dass bei keiner echten Kölschen Runde fehlen darf! Vielen Dank allen Beteiligten – vor allem Euch Kölnern – für diesen schönen, spannenden und anregenden Nachmittag. Wir wünschen Eurem Kreis weiter alles Gute für die Zukunft!

Der Vortrag von Frau Dr. Pauly findet sich zum Nachlesen im Download