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Virtuelle Austauschtreffen der ARWED

Neues Format der ARWED kommt gut an!

Vielen Elternkreisen drohte durch Corona eine existenzielle Krise. Die gewohnten Treffen durften erst gar nicht mehr stattfinden, später wurden sie zwar erlaubt, aber bei den hohen Inzidenz-Zahlen mussten der Bedarf sich zu Treffen und das Infektonsrisiko gegeneinander abgewägt werden. Die hilfreiche, tröstende und mutmachende Gemeinschaft fehlt uns allen! Der Zusammenhalt in unserer Kreisen drohte zu zerfallen.

Dass es sich jedoch lohnt, Krisen dafür zu nutzen auch etwas Neues auszuprobieren, zeigt die Resonanz auf die seit Februar angebotenen monatlichen Eltern-Online Treffen der ARWED.

Rückmeldungen wie diese zeigen uns, dass dieses Angebot zwar den persönlichen Kontakt nicht ersetzt, aber dennoch eine sehr wertvolle Unterstützung sein kann.

…. Es tut gut zu wissen, dass man nicht die Einzige ist, die mit diesem Problem zu tun hat. Man erhält Tipps – und auch neue Denkanstöße. Ich fühle mich jetzt nach dem Meeting irgendwie gestärkt und werde diese Nacht bestimmt weniger grübeln…

..ich durfte mich verbunden fühlen, mit quasi Gleichgesinnten…

..ich durfte offen sein, und musste mich nicht schämen…

… Der respektvolle, wertschätzende Umgang miteinander tut einfach gut. Auch online gibt es tröstende und mutmachende Worte und neue Ideen, wie ich mit meiner Situation besser umgehen kann.

Wir haben die Chance, uns auch über Stadt- (und Landes-) grenzen hinaus zusammenzufinden ohne großen zeitlichen Aufwand, das heißt, wir erreichen hier auch die Eltern, die leider keinen Elternkreis in ihrer Nähe haben. Die Rückmeldungen dieser Mütter, die eben keine Austauschmöglichkeit vor Ort haben, zeigt, wie dankbar das Angebot angenommen wird.

….. der (virtuelle) Elternkreis hat mich echt gerettet aus einer tief empfundenen Einsamkeit.

……Diese zwei Dinge habe ich durch die Online Treffen gelernt: Hört den Kindern zu – und seid achtsam mit euch selbst.

Meldet Euch gerne zu einem der nächsten Treffen der ARWED an, vor allem, wenn in Eurer Region keine Treffen stattfinden. In der Gemeinschaft wird das Schwere etwas leichter!

Sendet uns gerne eure Anregungen, Fragen oder Feedback zu diesem Thema! redaktion@arwed-nrw.de

Unser nächste Treffen:

Datum: 07.06.2021, Uhrzeit: 19:00 h

Thema des Abends: Was hat mir geholfen, mit meinen Belastungen besser umzugehen?

Moderation: Barbara Heider

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3 Antworten zu “Virtuelle Austauschtreffen der ARWED”

  1. Rosi E aus W sagt:

    Nachdem mein Sohn die Entgiftung super durchgezogen hat, die Therapie aber zu Ausflügen zu seinen „Kumpels“ nutzte und erneut konsumiert, haben mein Mann und ich ihm klar gesagt „Du willst mit Drogen leben. Wir nicht!“
    Zunächst hat mein 18jähriger Sohn zwei Wochen auf der Straße gelebt
    Wir haben uns regelmäßig getroffen und ich konnte der Verwahrlosung zusehen. Und hatte schlaflose Nächte

    Wir haben dann überlegt, wie wir meinem Sohn helfen können, ohne dass es für uns zu untragbaren Folgen führt (mein Sohn hat uns bestohlen, sein Zustand teilweise war unerträglich usw). Hinzu kam, dass das Wetter schlecht war und wegen Corona viele Möglichkeiten (Handy aufladen in Imbissbuden, zeitweiser Aufenthalt in einem Café etc um sich aufzuwärmen etc) fehlten.

    Wir haben das Glück, einen Wohnwagen auf einem nahen Campingplatz zu haben. Dort wohnt mein Sohn jetzt. Wobei wir ihm deutlich machen wollen, dass sein Leben in andere Bahnen kommen muss

    Er muss daher morgens den Schlüssel abgeben und bekommt ihn abends zurück.

    An den Wochenenden kann er den Schlüssel behalten, muss sich dann aber um die Parzelle kümmern. Rasen mähen usw

    Ich besuche ihn regelmäßig

    Lobe auch, wenn es wirklich gut läuft.

    Und es ist klar… Das ist eine befristete Sache. Der Antrag auf Therapie wurde erneut gestellt.

    Klappt das wieder nicht, ist der Campingplatz keine Alternative mehr. Dann muss er zum Jobcenter und sich um ne Wohnung kümmern oder in eine städtische Unterkunft ziehen, wenn er nicht draußen schlafen will

    Für meinen Sohn ist es mit dem Campingplatz ne gute Sache

    Er ist selbständiger geworden. Er findet auch gut, selbst sagen zu können, welche Arbeiten er am Wochenende erledigt usw

    Wir telefonieren täglich und in der Woche sehen wir uns durch die Schlüsselübergabe regelmäßig. Dann reden wir auch immer kurz.

    Wäsche wasche ich, wenn er sie mir gibt. Ich erinnere nicht

    Einkaufen muss er für sich. Er hat eigenes Einkommen.

    Im Augenblick ist das für meinen Sohn ne gute Sache

    Und für meinen Mann und mich auch

    Aber natürlich ist es kein Dauerzustand

    Mein Sohn ist 18.

    Und ich werde die Hoffnung niemals aufgeben

    Ich glaube an ihn!

  2. Ann sagt:

    ..liebe Rosi,
    Ja, die Liebe bleibt. Ich kann nur wünschen für euch, dass es einen gesunden Weg gibt.
    Je länger sie konsumieren, desto schwieriger wird es. Mein Sohn hat keinen Willen und Doppeldiagnose. Er konsumiert quasi sein halbes Leben lang..da wartet man auf einWunder.
    Der Kontakt steht still, seit ich bei Gericht eine Betreuung für ihn angeregt habe. Einen Wohnwagen habe ich nicht….auf Anfragen antwortet er nur selten und wenn dann in Worten, nicht einmal in Sötzen..ich habe nun soviele Jahre gehofft, es wird immer schwerer..und wo ist Der Gott, an den ich glauben wollte?

    Wie gesagt..der Bettoffene muss selbst wollen…sonst geschieht nichts..

    Alles Gute
    Aus Lev. Antje

    • Rosi E aus W sagt:

      Ja. Es ist ein schwerer Weg.
      Ich kann sogar verstehen, dass Süchtige nicht aufhören wollen bzw der Weg sehr schwer ist. Der Vater meines Sohnes ist auch drogensüchtig. Während unserer Ehe war er viele Jahre clean bis auf ab und an kiffen. Kurz vor der Geburt unseres Sohnes wurde er massiv rückfällig. Heroin, Kokain. Nachher pro Tag (!) über 400 Euro Konsum!
      Ich hab mich von ihm getrennt, als mein Sohn 15 Monate alt war.

      Ich rauche nicht. Ich trinke nicht. Ich käme nie auf die Idee, Drogen zu konsumieren.

      Trotz wenig Kontakt zu seinem Vater hat mein Sohn kurz nach seinem 17. Geburtstag den Absturz gehabt.

      Und seitdem folgt er den Spuren seines Vaters.

      Meinem Sohn macht Angst, den „Freundeskreis“ aufzugeben.
      Dort fühlt er sich wohl. Jeder konsumiert. Sie verstehen sich.

      Dass keiner aus dem Drogenmilieu ein wahrer Freund ist, sieht mein Sohn nicht.

      Und ich weiß, dass das alles für ihn sehr schwierig ist. Und man das nur mit großem Willen schaffen kann.

      Nur wer aufhören will, hat eine Chance, stark genug zu sein, Monate Klinik auf sich zu nehmen. Und das Leben wirklich zu ändern.

      Das mit unserem Wohnwagen ist großes Glück.
      Ich bin mit ihm auch zu Notunterkünften gefahren. Das mit dem Wohnwagen wollten mein Mann und ich erst nicht anbieten.

      Aber es war sehr schlechtes Wetter. Ich lag jede Nacht wach. Ich hab sehr viel geweint.

      Grundsätzlich wäre es mit Hilfe des Jobcenter ja auch möglich, eine Wohnung zu suchen. Aber das sollte er meiner Meinung nach erst machen, wenn er weiß, wo er auf Dauer wohnen will. Entweder mit Therapie und mit einem Neuanfang. Oder ohne Therapie und in der Nähe seiner Leute.

      Ich finde das alles auch sehr schwierig.

      Aber ich hab noch das große Glück, dass er jung ist und wir ein gutes Verhältnis haben.

      Das Thema Drogen schneide ich wenn nur am Rand an.

      Da blockt er ab.

      Ich kenne ein paar Leute, die ihre Sucht besiegt haben
      Ich kenne aber auch die, die es nie schaffen.

      Für mich finde ich sehr schlimm, wenn er bei unseren Treffen tote Augen hat.

      Ich hab ein Zusammenleben mit ihm nicht mehr ausgehalten.

      Dieses beim Essen wegsacken usw

      Mit dem räumlichen Abstand kommen mein Mann und ich besser damit klar

      Ich werde bis zuletzt hoffen, dass es bei ihm Klick macht.

      Die Sorgen um ihn sind schlimm. Auch Wut über den Mist. Wie man nur mit so einem Sch… anfangen kann.
      Und er sieht es doch auch bei seinem Vater

      Keiner weiß, was die Zukunft bringt

      Ich lebe in Bezug auf ihn von Tag zu Tag und bin froh, wenn er abends den Schlüssel abholt und der Tag wieder überstanden ist.

      Sucht ist schrecklich.

      Ich hatte auch Wochen, in denen ich jede Nacht Stunden wach lag und weinte

      Ohne räumlichen Abstand hätte ich es nicht mehr ausgehalten

      Und hätten wir nicht den Wohnwagen, hätte er gucken müssen, wie er es macht und ich hätte weiterhin schlaflose Nächte, weil man sich als Eltern zig schlimme Dinge vorstellt, die passieren könnten.

      Es kann durchaus sein, dass diese Zeit wieder kommt.

      Zur Zeit versuche ich, Kraft zu tanken für das, was noch kommen kann.

      Ob es klappt mit dem Krafttanken.. Ich weiß es nicht.

      Sorry, wenn ich manche Dinge doppelt beschreibe.

      Man könnte so viel erzählen. So oft weinen. Aber…

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